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AKTUELL

03.03.17
Und schaue den Himmel mit meinem Gesicht

„… und schaue den Himmel mit meinem Gesicht.“ Bei diesem Vers aus einem Morgenlied von Paul Gerhard denkt man, dass jemand nach oben schaut, dorthin, wo wir den Himmel erwarten. In der Kreuzigungsdarstellung von Sassoferrato (1605 - 1685) schaut der junge Mann, es ist Johannes, jedoch nach unten. Vieles können wir aus dem Gesicht lesen: Trauer, Ohnmacht, Schmerz, Fassungslosigkeit, Angst. Auch seine Liebe mag man sehen. Und sich fragen, wohin sein inneres Auge sich richtet. Doch was immer wir in diesem Gesicht lesen:

Es wird wie ein Spiegel unserer selbst sein – unserer Trauer, unseres Schmerzes, unserer Liebe, unsere Angst, womöglich gar unserer Wahrheit.
Auch die Passionsgeschichte nach Johannes, die wir in den diesjährigen Passionsandachten lesen werden, erzählt von Menschen, wie Du und ich.

Unsere eigenen Geschichten können wir dort eintragen. Vielleicht die Geschichte von Zärtlichkeit und Zuwendung, wie die der Frau, die Jesus mit kostbarem Öl salbt. Oder eine Geschichte des Scheiterns: Von dem, der gut sein wollte und dem es nicht gelang. Oder dem, der Jesus verleugnet oder gar verrät – dabei wollten sie immer zueinander stehen – und dann der Bruch. Johannes erzählt  Geschichten von Menschen, die um Jesus und sein Leben ringen, und Geschichten von Menschen, die ihn misshandeln, schlagen und töten. Also Geschichten von Menschen, die das alles tun oder auch selbst erleiden – wie Du und ich.

Die Geschichten wurden erzählt, damit denen, die das Gesicht verlieren, Achtung geschenkt wird: Im Mangel gesehen, in der Schuld geachtet, in der Scham erkannt werden. Denn zur Wahrheit des Menschen gehört auch das Scheitern. Deshalb ist es wichtig, dass die Passionsgeschichten auch heute noch erzählt werden. Und dass wir uns in den Gesichtern und Geschichten erkennen.

Die Sorge vor Gewalt und vor Entwertung ist in unserem Land gewachsen. Es gilt, etwas entgegenzusetzen. Aber zur Sorge gehört auch der Blick zum Schmerz. „…und schaue den Himmel mit meinem Gesicht.“ Vielleicht nicht oben, sondern unten.

freitags in der Passionszeit vom 10.03. bis 07.04. immer um 17.15 Uhr

 

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02.04.17
„Gerechtigkeit und Frieden“

Die aktuellen Konflikte weltweit sind beunruhigend. Die Gewalttaten in Europa, aber auch in Beirut, Bagdad und Ankara lösen Wut, Trauer und große Verunsicherung aus. Viele Menschen bewegen angesichts dieser Entwicklungen Fragen zu Gerechtigkeit und Frieden: Was können wir angesichts der aktuellen
Konflikte weltweit, aber auch von Konflikten vor Ort aus christlicher Sicht tun?

Die Nordkirche Weltweit lädt am Sonntag Judika zu einem Themengottesdienst
unter dem Motto „Gerechtigkeit und Frieden“ ein, um unsere Ohnmacht und Klage vor Gott zu bringen und ihn um Kraft zu bitten zur Erneuerung und Umgestaltung. In St. Petri predigt Bischof Martin Schindehütte, ehem. Vizepräsident im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Am Sonntag, 2. April, um 10 Uhr

 

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05.04.17
Jüdische Wurzeln, christliche Blüten

Bob Dylan, der wohl berühmteste Singer-Songwriter aus den USA, gab seit 1988, als seine „Never Ending Tour“ begann, über 2700 Konzerte. In diesem Frühjahr kommt der 76-Jährige mit seiner Musik wieder nach Europa, auch nach Hamburg. Viele haben sich gewundert, dass er jüngst den Literaturnobelpreis bekam. Noch befremdlicher war es, dass er zur feierlichen Preisverleihung in Stockholm im Dezember nicht erschien. Doch dafür könnte es gute Gründe geben. Seine Lyrik, seine Lieder geben Auskünfte.

Hauptpastor em. Christoph Störmer lädt am Mittwoch, 5. April, um 19 Uhr, zu einer musikalisch-biographischen Collage zu Bob Dylan ein. Aus seinem über 50-jährigen Schaffen werden eine ganze Reihe von Songs zu Gehör gebracht – und die Texte dazu analysiert. Spannend ist auch, wie sich der Jude Bob Dylan mit dem Glauben auseinandersetzt – und zum Christentum konvertiert und sich taufen lässt.

Ort: St. Petri Haus
Zeit: 5. April 2017 um 19 Uhr
Eintritt frei, Spende erbeten

 

 

08.04.17
Telemanns Lukas-Passion von 1728

In diesem Jahr laden wir am 8. April um 19 Uhr herzlich ein zur Lukas-Passion von Georg Philipp. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

 

Telemanns Lukas-Passion von 1728 ist ein einzigartiges Werk: Jedem der fünf Teile wird eine "Vorbereitung" vorangestellt, die ein Ereignis aus dem Alten Testament in Beziehung zum Passionsgeschehen setzt. Eine "gläubige Anwendung" bildet jeweils den Übergang zum Passionsbericht. Chor, ausschließlich männliche Solisten und Orchester gestalten eine der bewegendsten Passionen des Spätbarock im 250. Todesjahr Telemanns.

 

mehr Infos im Konzertkalender

 

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