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Am Sonntag, 27. Oktober, ab 10 Uhr: Ausstellungseröffnung zum Beginn der Evangelischen Akademietage 2019

Bilder des Berliner Künstlers Florian Pelka in den Hauptkirchen St. Petri und St. Jacobi

08.10.2019 | Von Ende Oktober bis Ende November werden in den Hauptkirchen St. Petri und St. Jacobi Bilder des Berliner Künstlers Florian Pelka zu sehen sein. Im Rahmen des Gottesdienstes zum Beginn der Evangelischen Akademietage 2019 wird die Ausstellung am Sonntag, 27. Oktober, um 10 Uhr in der Hauptkirche St. Petri mit dem Künstler eröffnet.

In der Apsis der Kirche wird hinter dem schlichten Kreuz ein farbenprächtiges Tryptichon zu sehen sein, das aus drei großformatigen Bildern besteht, die die Namen tragen „Stirb und werde“, „Der verkleidete Kastellan“ und „In Schönheit sterben“. So verwandelt sich in der Korrelation zwischen Petri-Kreuz und Pelkas Bildern der Raumeindruck in der Kirche und es entsteht gleichsam ein neues Bild. Kunst und Raum, Bild und Theologie, Erfahrungen der Gegenwart und Geschichten der Bibel werden in diesem Gottesdienst miteinander ins Gespräch gebracht, um durch möglicherweise ungewohnte und neue Perspektiven zu entdecken, wie der Glaube den Mut schenkt, sich selbst zu verändern, anderen mit Offenheit zu begegnen und die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten.

In der Turmhalle von St. Petri wird auch das Bild „Sie kommen“ von Florian Pelka zu sehen sein, das im Anschluss an den Gottesdienst in einer Prozession von der Hauptkirche St. Petri über den Rathausmarkt zur Hauptkirche St. Jacobi geführt wird.

Seit zweihundert Jahren hängt die große Stadtansicht von Joachim Luhn in der Hauptkirche St. Jacobi. Stolz und wehrhaft zeigt sich Hamburg am Elbstrand. Von Ende Oktober an lässt es sich für einen Monat in Korrespondenz mit dem Bild „Sie kommen“ von Florian Pelka betrachten. Beide Ölgemälde bilden einen eindrücklichen Kontrast: Pelkas Bild zeigt ein (Flüchtlings-) Boot, mit dem Menschen anlanden. Der Betrachter von Pelkas Bild schaut direkt auf die über das Wasser Ankommenden. Insgesamt bildet sich ein verwirrender Eindruck aus abstraktem Rankwerk und buntem Strichmuster. Betrachtet man das Bild genauer, so erkennt man im Hintergrund die Karte der Welt, die sich im Umbau befindet. Afrika hängt an einem Kran, der es nach Norden zieht. Ein Bulldozer verschiebt Südostasien. Luhns Stadtansicht zeigt Hamburg von der Wasserseite aus: In klarer Ordnung aus waagerechter Wallanlage und den Kirchtürmen als Senkrechten und detailgetreu bis hinein in kleine charmante Szenen im Vordergrund.

Pelka konfrontiert in seinem Bild „Sie kommen“ mit dem Thema Flüchtlinge. Mit der Hoffnung, den gefährlichen Weg über das Meer zu schaffen und in Europa anzulanden, machen sie sich auf den Weg. Und auch in diesem Sommer werden es wieder hunderte gewesen sein, die dabei ihr Leben verloren. Die Welt verändert sich. In der Globalisierung überkreuzen sich Waren- und Migrationsströme. Pelkas Gemälde im Kontrast zu der historischen Stadtansicht von Luhn stellt auch die Frage nach der Haltung in der Hamburger Bevölkerung: Verbundenheit in Handel und Wirtschaft sowie maritime Weltläufigkeit einerseits, Abwehr auf der anderen Seite.

 

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