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Losung des Tages

Tuesday, 9. March 2021

Wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht.

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Petrigruß zum 2. Sonntag vor der Passionszeit

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Petrianer!

04.02.2021 | In den vergangenen Monaten kam mir manchmal eine Überlegung von Dietrich Bonhoeffer in den Sinn, in der er eine Erfahrung reflektiert, die er im Gefängnis gemacht hat. In einem Brief vom 29. Mai 1944 beschreibt Bonhoeffer eine eindimensionale Lebenshaltung, in der Menschen ganz von einer Sache und einem Gefühl – positiv oder negativ, Verzweiflung oder Jubel – in Beschlag genommen sind. Beobachtet hat Bonhoeffer eine solche Haltung bei seinen Mitgefangenen: Viele von ihnen sind nur noch Angst, wenn Flieger kommen, die Gier überwältigt sie, wenn es etwas Gutes zu essen gibt.

Eindimensionale Wahrnehmungen sind verständlich, wenn das Alltagsleben radikal und existenzbedrohend ins Wanken gerät – damals wie heute. Aber – und darauf macht Bonhoeffer in seinem Brief aufmerksam – so werde das ganze Spektrum von Lebenswirklichkeiten verpasst.

Zu einer anderen Lebenshaltung führt für Bonhoeffer der christliche Glauben. Er hatte in der Bibel gelernt und im Gefängnis durchlebt, wie Bedrängnis und Hoffnung einander die Hand reichen können. Aus seiner Sicht und Erfahrung „stellt uns das Christentum in viele verschiedene Dimensionen des Lebens zu gleicher Zeit; wir beherbergen gewissermaßen Gott und die ganze Welt in uns. Wir weinen mit den Weinenden und freuen uns zugleich mit den Fröhlichen“. Nach Bonhoeffer ist es der Glaube, „der das Leben in Mehrdimensionalität ermöglicht und uns auch Pfingsten trotz Alarmen feiern lässt.“

Dieses Potential des Glaubens im Hören auf Gottes Wort zu entdecken und vertiefen, auch darum feiern wir Gottesdienst, wie es bei uns gute Tradition ist jeden Sonntag zweimal um 10 und um 18 Uhr – und laden Sie sehr herzlich dazu ein. Anbei kommen wieder und laden Sie sehr herzlich dazu ein. Hier können Sie wieder alle Texte herunterladen, damit Sie auch zu Hause Gottesdienst feiern können.

Wenn Sie diesen Sonntagmorgen nach St. Petri kommen mögen, dann gibt es dort nicht nur genügend Platz, sondern wieder auch wunderschöne Musik. Julia Hebecker (Flöte und Gesang) und KMD Thomas Dahl werden u.a. von Johann Sebastian Bach die Sonate E-Dur (BW 1035) und von Gabriel Fauré die Sicilenne g-Moll (op. 78) spielen.

Wir grüßen Sie sehr herzlich mit den besten Wünschen für einen gesegneten Sonntag,

Ihre
Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse        Pastorin Gunhild Warning       Pastor Krischan Heinemann

 

 

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