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Losung des Tages

Tuesday, 26. October 2021

Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes.

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Petrigruss zum 18. Sonntag nach Trinitatis

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Petrianer!

01.10.2021 | Vieles liegt in diesen Tagen oben auf: Wahlergebnisse und Sondierungsrunden, Inzidenzen und Impfzahlen, die Farben des Spätsommers und die Vorfreude auf die Herbstferien. An ein Geschehen, das für unsere Gesellschaft in all dem Auf und Ab der Zeiten von bleibender Bedeutung ist, erinnert uns der 3. Oktober, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt.

Voller Freude und Dankbarkeit erinnern wir uns bei diesem Datum an das mutiger Engagement vieler Menschen, die – vor allem unter dem Dach der Kirchen – im Herbst 1989 zusammengekommen sind und mit ihren Friedensgebeten, Kerzen und Demonstrationen dazu beigetragen haben, dass das unmöglich Erscheinende geschieht: Die Berliner Mauer fällt und der Weg zu Freiheit und Demokratie ist nicht mehr aufzuhalten.

Am 13. November 1989, am Montag nach dem Fall der Mauer, bietet Pfarrer Christoph Kähler in der Leipziger St. Nicolaikirche in seiner Predigt eine Deutung des Geschehens an: „Mir ist eine alte biblische Geschichte eingefallen. Sieben Tage, so erzählt das Alte Testament, sieben Tage zog Josua mit seinem Volk um die Mauern von Jericho. Als am siebten Tag die Posaunen bliesen, fielen die Mauern ein wie von selbst. Ein Wunder. [...] Sieben Montage zogen die Leipziger um die Stadt und riefen: Wir sind das Volk! Dann fiel die Mauer wie von selbst. Gott sei Dank ohne Gewalt. Das ist uns als friedliche Revolution ein Wunder. Unglaublich für alle, die es mitgemacht, gesehen und gehört haben.“

Und dann fügt Pfarrer Kähler einen weiteren wichtigen Gedanken an, der auch für die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, grundlegend ist: „Die Mauer ist gefallen. Unser Land kann jetzt den Geruch der Zwangsjacke verlieren. Wie die äußere Mauer muss jetzt auch die innere Mauer fallen. Aber noch eine dritte Mauer fällt [...], die Mauer in unserem Kopf [...] Die Vorsicht, die wir als Kinder gelernt, dann unseren Kindern wieder beigebracht haben, um sie zu schützen [...], das Versteckspiel [...], die Angst [...] auch die Angst, sich in der Kirche zu zeigen, weil Lehrer oder Kollegen es registrieren könnten.“

Das Erinnern an den Herbst 1989 erfüllt mit Freude und Dankbarkeit und es kann uns in der Gewissheit stärken, dass Gott mitten unter uns am Wirken ist, nämlich da, wo Angst, Schrecken und Furcht weichen, Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht wachsen und sich ungeahnte Lebensmöglichkeiten auftun.

In diesem Vertrauen auf Gottes Gegenwart feiern wir jeden Sonntag Gottesdienst und laden Sie herzlich ein, dies mit uns am kommenden Sonntag um 10 oder um 18 Uhr in unserer Kirche gemeinsam zu tun.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen für einen gesegneten Sonntag,

Ihre
Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse      Pastorin Gunhild Warning     Pastor Krischan Heinemann

 

 

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