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Losung des Tages

Sunday, 23. January 2022

Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.

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Petrigruß zum 1. Sonntag nach Epiphanias

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Petrianer!

08.01.2022 | Nun sind auch die Heiligen Drei Könige im Stall von Bethlehem angekommen. Die Festzeit neigt sich dem Ende zu. Die Krippenfiguren werden eingepackt und auch die Leine in unserem Esszimmer haben wir wieder abgenommen, an die wir die vielen Karten gehängt hatten, die wir mit lieben Grüßen und guten Wünschen zu Weihnachten erhalten haben.

Weihnachtskarten gehören für mich zu den besonders schönen Traditionen. Sie sind Zeichen der Verbundenheit, geben einen kleinen Einblick in das, was den Absendern im zurückliegenden Jahr wichtig gewesen ist und sie drücken jeweils unterschiedlich Akzente der Weihnachtsbotschaft aus.

Eine Weihnachtskarte, die mir in diesem Jahr besonders gut gefallen hat, zeigt ein Schiffstau, das schon stark genutzt und zerfasert ist. Und auf der Rückseite der Karte steht:
„Bis zum Bersten gespannt – und doch hält es.“

„Bis zum Bersten gespannt“ – so erlebe ich gerade unsere Gesellschaft. Das Aushalten der Pandemie kostet enorm viel Kraft. Immer schwerer fällt es, die Verhaltensweise und Haltungen an den Tag zu legen, die es jetzt bräuchte, um auch durch diese Welle der Pandemie zu kommen: Freundlichkeit, Zuhören und Verständigungsbereitschaft, Zusammenhalt und Solidarität mit den nahen wie den fernen Nächsten. Das sind die Fäden, aus denen das dicke Tau besteht, das unsere Gesellschaft zusammenhält. Es ist bis zum Bersten gespannt.

„Und doch hält es“ – das ist unsere Hoffnung. Sie ist weder blauäugig noch weltfremd. Sie hat für uns Christen ihren Grund in einem Gott, von dem es im Predigttext am Sonntag heißt: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42,3). Menschen, die sich von dieser Hoffnung getragen wissen, lassen sich auch von schwierigen Verhältnissen nicht daran hindern, für Ausgleich, Rücksicht und Verständigung einzutreten und alles, was ihnen möglich ist, dafür zu tun, dass das Tau, das unsere Gesellschaft zusammenhält, nicht reißt, auch wenn es gerade zum Bersten gespannt ist.

Von dieser Hoffnung erzählen die biblischen Texte in den Gottesdiensten am 1. Sonntag nach Epiphanias und Herr Professor Hans Bäßler wird im Gottesdienst um 10.00 Uhr mit seiner wunderschönen Orgelmusik – u.a. mit einer romantischen Toccata von Willem van Twillert über „Tochter Zion“ – dazu beitragen, dass diese weihnachtliche Gewissheit in Ihnen wächst.

Herzliche Willkommen und beste Wünsche für einen gesegneten Sonntag,

Ihre
Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse      Pastorin Gunhild Warning      Pastor Krischan Heinemann

 

 

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