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Friday, 1. July 2022

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Petrigruß zum 4. Sonntag in der Passionszeit

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Petrianer!

25.03.2022 | Mit dem kommenden Sonntag sind wir in der Mitte der Passionszeit angekommen. Nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich. Dieser Sonntag setzt einen ungewöhnlichen, doch für unseren Glauben ganz entscheidenden Akzent. Schon im Namen des Sonntags scheint dies auf. Er heißt „Lätare!“ Das bedeutet: „Freuet euch!“ Mitten in der Passionszeit werden wir zur Freude aufgefordert. Das ist zumindest sperrig, vielleicht auch anstößig. Mitten im Leiden Freude?

Das passt nicht zusammen. Weder für Jesus, der seinen Weg zum Kreuz von Golgatha nicht unbekümmert, sondern mit Zittern und Zagen gegangen ist. Noch deckt es sich mit unseren Erfahrungen und Empfindungen in diesen Tagen, in denen mitten in Europa Krieg herrscht und den Menschen in der Ukraine unsagbares Leid zugefügt wird. Was also will uns dieser Sonntag sagen? Wie kann das gemeint sein: mitten in der Passionszeit „Lätare“?

Auf eine Spur führt uns die liturgische Ordnung unserer Kirche. „Klein-Ostern“ – so hat man diesen vierten Sonntag der Passionszeit wegen seines besonderen Charakters auch genannt. Und damit deutet sich die Richtung an. In den biblischen Texten, die zu diesem Sonntag gehören, leuchtet schon etwas auf von dem, was am Ostermorgen Wirklichkeit werden wird.

Im Evangelium deutet Jesus sein Geschick mit den Worten: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“ (Joh 12,23f). Jesus sieht das Leiden, das ihm bevorsteht. Das Weizenkorn fällt in die Erde. Jesus wird am Kreuz von Golgatha sterben. Und doch wird hier schon – gleichsam von Ostern her – eine Deutung des Geschehens angeboten. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt und erstirbt, wird gegen allen Augenschein viel Frucht bringen.

Jesus blendet die harte Wirklichkeit seines Leidens nicht aus, vielmehr nimmt er sie zielgenau in den Blick, in den österlichen Blick sozusagen. Von daher fließt an diesem Sonntag österliches Weiß in das Violett der Passionszeit und gibt ihm seine eigene rosa Färbung. Es ist im Grunde genommen die Farbe eines Christenlebens. Wer an Jesus glaubt, der übersieht gewiss nicht die schweren Seiten des Lebens, aber er weiß sich in allem von dem Gott gehalten, der sich am Ostermorgen als ein Gott gezeigt hat, der dem Tod nicht das letzte Wort überlässt.

Um uns in dieser Hoffnung zu stärken, feiern wir am Sonntag um 10 und um 18 Uhr in unserer Kirche Gottesdienst und vielleicht mag der eine oder die andere ja mit einer rosa Bluse oder Krawatte seiner Glaubenshoffnung auch sichtbaren Ausdruck verleihen.

Herzliche Grüße und beste Wünsche für einen gesegneten Sonntag,

Ihre
Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse Pastorin Gunhild Warning Pastor Krischan Heinemann

 

 

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