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DIE GEDENKKULTUR AN ST. PETRI

Die Petrikirche hat sich selbst verpflichtet, Glaube und Weltverantwortung nicht auseinanderfallen zu lassen.Wir rufen uns und der Öffentlichkeit Ereignisse ins Bewusstsein, die uns bleibend und aktuell herausfordern.

Das schreit zum Himmel

Hamburg ist nach wie vor eine Drehscheibe von Gewalt. Aus den Antworten des Senats auf verschiedene Anfragen geht hervor, dass rund 1000 Container mit Bomben, Minen, Patronen, Raketen, Torpedos und anderer Munition jährlich über den Hamburger Hafen verschifft werden, mit steigender Tendenz. Hinzu kommen Kleinwaffen wie zum Beispiel das Sturmgewehr G36 sowie Waffensysteme und Rüstungsgüter.

Und jetzt lassen wir Überlebende aus den Krisenregionen in Containern wohnen.

Beides schreit zum Himmel, der Export von Gewalt und die Not der Flüchtlinge hier und weltweit. Und das sagen wir ab Aschermittwoch laut und plakativ mit einem Banner an der Mönckebergseite der Kirche. Und drinnen beten wir in den Passionsandachten für die Opfer von Gewalt, für die Vertriebenen und Verzweifelten, für diejenigen, mit denen sich Jesus solidarisierte als den „Geringsten seiner Schwestern und Brüder“.  >mehr

 

Hartmut Gründler, * 11. Januar 1930 in Hümmel, † 21. November 1977 in Hamburg

Unsere Gemeinde hat beschlossen, Hartmut Gründler ein Gesicht und ein Gedenken zu geben. Dieser hatte sich – nach Hungerstreiks und anderen gewaltfreien
Protestaktionen – am Buß- und Bettag 1977 vor der Petrikirche verbrannt, weil er die Unwahrhaftigkeit in der Atomenergiepolitik nicht mehr ertrug. Eine kleine Gedenktafel an der Petrikirche an der Mönckebergstraße erinnert an ihn.

Hartmut Gründler selbst nennt seine Aktion "... eine Tat nicht der Verzweiflung, sondern des Widerstandes und der Entschlossenheit. Er will dem Sachzwang der Profitgier, des Dummenfangs, der Überrumpelung hier, der Trägheit und Feigheit dort einen Sachzwang des Gewissens entgegensetzen.“ (Flugblatt vom 14. November 1977) 

Erst viele Jahre später fand Gründler die erhoffte Aufmerksamkeit in einigen Zeitungen, u.a. am im April 2011 in Der Zeit >mehr

 

Dietrich Bonhoeffer, * 4. Februar 1906 in Breslau, † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg

In diesem Jahr erinnern wird uns nicht nur des Endes der Nazidiktatur vor siebzig Jahren, an den 8. Mai 1945, den Tag der deutschen Kapitulation, den Tag der Befreiung. Wir erinnern uns auch an den Pfarrer und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, der einen Monat zuvor, am 9. April 1945, auf ausdrücklichen Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg gehängt wurde. Im NS-Staat leisteten nur wenige Christen Widerstand gegen die Verfolgung und Ermordung der Juden. Dietrich Bonhoeffer war einer, der Einspruch erhob und deshalb an den Galgen kam.

In einer Mauernische des Chorraums der Petrikirche, direkt an der Mönckebergstraße, steht seit 1979 eine bronzene Bonhoeffer-Statue. Axel Springer hatte die Skulptur gestiftet. Der Bildhauer Fritz Fleer (1921-1997) zeigt Bonhoeffer, wie er in Sträflingskleidern mit gefesselten Händen auf seine Hinrichtung wartet und dabei in sich ruht. Die eine Hand ist zur Faust geballt, die andere öffnet sich segnend: „Widerstand und Ergebung“ – unter diesem Titel hat Eberhard Bethge posthum die Aufzeichnungen und Briefe veröffentlicht.  >mehr