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HISTORISCHE WURZELN

St. Petri ist die älteste noch bestehende Kirche in Hamburg. Sie wurde vermutlich Anfang des 11. Jahrhunderts gegründet. Um 1310/20 begann der Bau einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche. Der linke bronzene Türzieher mit Löwenkopf am Hauptportal (Turmeingang) ist das älteste Kunstwerk Hamburgs. Seine Umschrift belegt die Grundsteinlegung des Turms im Jahre 1342. Mit dem Anbau eines zweiten südlichen Seitenschiffes gegen 1418 waren die wesentlichen Erweiterungsbauten abgeschlossen.

1842 fiel die Kirche dem Großen Brand zum Opfer; glücklicherweise wurden die meisten Kunstwerke gerettet. Bereits 1849 konnte das am mittelalterlichen Bau orientierte, aber mit zahlreichen Abwandlungen neu erbaute Kirchengebäude wieder geweiht werden.

Den 2. Weltkrieg überstand St. Petri mit vergleichsweise geringen Beschädigungen. Der Abbruch von Wohnvierteln in der Innenstadt zugunsten von Kontor- und Kaufhäusern nahm St. Petri in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den größten Teil seiner Gemeinde.

Ihre Attraktivität aber hat diese Kirche für die Hamburger Bevölkerung unter anderem auch wegen des umfangreichen Gottesdienst- und Seelsorgeangebots bis heute behalten. Zunächst war St. Petri die Kirche der um sie herum lebenden Menschen. Das waren 1838 noch 10700 evangelisch-lutherische Christen.Heute zählt die Ortsgemeinde lediglich ca. 100 Personen. Darüber hinaus haben sich etwa 500 Menschen, die im ganzen Stadtgebiet und im Umland wohnen, als Gemeindemitglieder eintragen lassen.

St. Petri liegt mitten im Herzen Hamburgs. Diese Lage versteht sie als einen besonderen Auftrag, Kirche für die Stadt zu sein. Alle Gemeindeglieder tragen diese Aufgabe mit und bilden eine Dienstgemeinschaft. Ohne die Bereitschaft mitzuarbeiten, könnten die vielen Dienste nicht getan werden. Etwa 300 Menschen stehen auf einem der vielen Dienstpläne von St. Petri. Davon werden nur ca. 9% bezahlt. St. Petri ist also ein Modell für "Freiwilligkeitskirche", das künftig immer mehr gefragt sein wird.