Miteinander im Gespräch mit Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse
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Das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ gehört zu bekanntesten, aber auch umstrittensten Liedern von Martin Luther. Vielfach wurde es vereinnahmt – als Protestlied, als „Marseiller Hymne der Reformation“ (H.Heine), als Trutzlied, mit denen sich Protestanten von der römisch katholischen Kirche abgrenzten. Manche singen das Lied am Reformationstag nur im Stehen, anderen ist der Text so unbehaglich, dass
sie das Lied gar nicht mehr singen lassen.
Es lohnt sich, all diese Zuschreibungen mal beiseite zu schieben und in den Blick zu nehmen, was Luther mit diesem Lied eigentlich wollte. In diesem Sinn soll in dem Impuls die Situation, in der Luther dieses Lied geschrieben hat, genauso betrachtet werden wie die theologische Argumentation, die Luther in den vier Strophen des Liedes entfaltet. Dabei wird sich zeigen soviel sei hier schon verraten –, dass die Rezeption des Liedes in der Geschichte des Protestantismus Luthers Intention verdeckt hat. Denn was Luther mit dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ wollte, war, Christen angesichts konkreter Ohnmachtserfahrungen den Halt und die Kraft des Gottvertrauens zu zusprechen. Wenn sein Lied aber ein Trostlied ist, dann ergibt sich aus dieser inhaltlichen Intention auch die Weise, wie es recht gesungen wird, nämlich nicht laut und im Brustton der Überzeugung, sondern zurückhaltend, zärtlich und achtsam.
Veranstaltungsort
Hauptkirche St. Petri
Bei der Petrikirche 2, 20095 Hamburg